Licht an für die Menschenrechte

Kohleimporte müssen transparenter werden!

Nach der Katastrophe von Fukushima beschloss die deutsche Regierung den erneuten Ausstieg aus der Atomenergie. Doch statt den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben setzt man weiter auf Kohle.

Der internationale Kohlehandel findet praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Über Menschenrechtsverletzungen und großflächige Umweltzerstörung in Abbauländern wie Kolumbien wissen Stromkunden hierzulande nur wenig.

Das muss sich ändern!
  • Deutsche Stromkonzerne müssen die Herkunft ihrer Kohle offenlegen und Mitverantwortung für die Abbau- und Arbeitsbedingungen in den Zulieferländern übernehmen!
  • Strom aus deutschen Steckdosen darf nicht das Leben von Menschen in anderen Ländern zerstören!

FIAN Deutschland hat eine Kampagnen-Webseite eingerichtet, auf der über die Menschenrechtsproblematik in Bezug auf Steinkohle-Importe informiert wird.

Parallel wurde eine E-Petition beim Deutschen Bundestag gestartet. In dieser Petition fordert FIAN das deutsche Parlament dazu auf, ein Gesetz zu beschließen, das Lieferanten und Handelswege der deutschen Steinkohle-Industrie offenlegt. Des Weiteren sollen importierende Unternehmen zukünftig regelmäßig nachweisen, ob und wie sie geprüft haben, dass der Abbau der importierten Steinkohle nicht zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in den Abbauregionen beiträgt.

Sie finden die Kampagnen-Webseite hier: www.kohleimporte.de

und die Petition hier: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=24056

Um mitmachen zu können, müssen Sie sich hier registrieren: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=register

Unsere Agrarpolitik endet nicht an Europas Grenzen!

Briefaktion fordert EU-Parlament zum Handeln auf: jetzt mitmachen!

Köln, 9. Mai 2012. Nächstes Jahr wird die EU ihre Agrarpolitik reformieren. Für viele Menschen sind diese Reformen ein wichtiges Thema. Welche Art von Landwirtschaft wollen wir? Wie kann die EU den Bedürfnissen aller Bäuerinnen und Bauern – auch global – gerecht werden? FIAN und die anderen die Briefaktion tragenden Organisationen befürchten, dass sich erneut Lobby-Interessen gegen Menschenrechte, Nachhaltigkeit und den gesunden Menschenverstand durchsetzen werden. Um das zu verhindern müssen die EU-Parlamentarier zum Handeln aufgefordert werden.

Werden Sie aktiv: Schreiben auch Sie einen Brief an Ihren Vertreter im EU-Parlament (MdEP) und fordern Sie eine Ausrichtung der EU-Agrarpolitik am Menschenrecht auf Nahrung ein.

Neben einem Informationsbrief zur Briefaktion haben wir auch einen Briefentwurf vorbereitet, den Sie direkt oder nur zur Orientierung verwenden können.

Wir empfehlen, die Briefe bis Ende Juni abzuschicken, damit die Inhalte vor der Sommerpause noch genügend Beachtung erhalten und in die Debatten im Europaparlament im September einfließen. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns über Reaktionen der MdEP informieren: Roman Herre, r.herre@fian.de

Der hohe Preis des Palmöls – Menschenrechtsverletzungen und Landkonflikte in Indonesien

Es taucht als “pflanzliches Öl” in vielen Lebensmitteln auf, ebenso in Seifen, Kosmetika und Waschmitteln, und es wird zur Beimischung in Agrartreibstoffe verwendet – Palmöl ist ein wertvoller Rohstoff. Eine stetige Nachfrage auf dem Weltmarkt macht den Palmölanbau zu einem lukrativen Geschäft. Indonesien ist in den letzten Jahren zum weltweit größten Hersteller von Palmöl geworden und beliefert gemeinsam mit Malaysia knapp 90 % des Weltmarkts.

Der Palmölanbau geht zu Lasten der Regenwälder und provoziert Landkonflikte. Politiker und Polizei agieren dabei meistens auf der Seite der Plantagenbetreiber. Viele Landkonflikte in Indonesien entstehen dadurch, dass Landtitel doppelt vergeben werden und die Zuständigkeiten nicht klar geregelt sind. Während die lokale Bevölkerung ihre Landtitel auf Dorf- und Unterdistriktsebene erhält, stellen Firmen und Plantagenbesitzer ihre Anträge auf Provinz- oder Distriktebene.

Einige Firmen der indonesischen Palmölindustrie sind Mitglieder des Runden Tisches für Nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil – RSPO), einem Zusammenschluss von Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen, der sich bemüht, “nachhaltige” Anbaumethoden zu fördern und Arbeiterrechte zu achten. Leider zeigen konkrete Fallbeispiele, dass die Firmen massiv gegen die Prinzipien des RSPO verstoßen, ohne dass sie mit Sanktionen belegt wurden.

Diese Zusammenhänge stellte der Forscher und Aktivist Saurlin Siagian von der indonesischen NGO Lentera Rakyat bei einer Veranstaltung von Watch Indonesia am 20. März in Berlin dar. Seine englischsprachige Studie sowie eine Zusammenfassung auf Deutsch finden sich unter

Studie “THE LOSS OF REASON – Human Rights Violations in the Oil-Palm Plantations in Indonesia”

Brot für die Welt Fachinformationen 22 (dt. Zusammenfassung der Studie)

Blumengütesiegel Flower Label Program (FLP) vor dem Aus – Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaft beenden ihre Mitgliedschaft

Mit Wirkung zum 31. Dezember 2011 sind FIAN Deutschland, FIAN Österreich, Brot für die Welt und terre des hommes als Nichtregierungsorganisationen (NRO) und die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) als Gewerkschaft aus dem Flower Label Program e.V. (FLP) ausgetreten. Die Organisationen sahen sich dazu durch die Entwicklungen im letzten Jahr und den Zustand des FLP e. V. am Jahresende 2011 gezwungen. Sie ziehen die erforderliche Konsequenz aus den inhaltlichen Veränderungen des Vereins und dem finanziellen Zusammenbruch des Gütesiegels.

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Stellungnahme von FIAN Deutschland zum Austritt aus dem Flower Label Program

FIAN Deutschland ist zum 31. 12. 2011 aus dem Flower Label Program (FLP) ausgetreten. FIAN zieht damit die Konsequenz aus den Gründen für den Zusammenbruch des FLP in 2011. FIAN Deutschland hat das FLP 1999 mitbegründet. Seitdem hat FIAN die Nichtregierungsorganisationen im FLP-Vorstand vertreten sowie die Zertifizierung der Blumenbetriebe organisiert und durchgeführt. Dieses Engagement hat maßgeblich zu der hohen Glaubwürdigkeit des FLP in der Öffentlichkeit, der Zivilgesellschaft und dem Blumensektor beigetragen.

Zur ausführlichen Stellungnahme.

Kambodscha im Ausverkauf/Notizen zu einer Veranstaltung in der Heinrich-Böll-Stiftung

Erschütternde Tatsachen kamen bei der Informationsveranstaltung über Landgrabbing in Kambodscha zu Tage.

Fast 2 Mio. Hektar und damit über 50% der landwirtschaftlichen Nutzfläche Kambodschas gehören inzwischen in- und ausländischen Agrarkonzernen.

Vertreibung in KambodschaDie Vergabe der Kon- zessionen geht einher mit massiver gewaltsamer Vertreibung – seit 2003 waren über 400 000 Menschen davon betroffen.

Unter Missachtung nationalen und internationalen Rechts veräußert eine autokratische Regierungspartei die Ressourcen des Landes, um sich selbst zu bereichern. Die Justiz ist korrupt und regierungshörig – ideale Voraussetzungen für ausländische Investoren.

Die Expansion der Zuckerindustrie erweist sich derzeit als eine der wichtigsten Ursachen für die Landvertreibungen. Möglich wurde dieser Boom durch die EBA (Everything-but-arms)-Initiative der EU: Die am wenigsten entwickelten Länder dürfen ohne Zölle und Mengenbeschränkungen alle Produkte außer Waffen in die EU exportieren. Von diesem Angebot profitieren nun in Kambodscha operierende thailändische Zuckerkonzerne und ein mächtiger Senator der Regierungspartei.

Diese Zusammenhänge wurden engagiert vorgetragen von Menschen, die es wissen müssen: Von Frau Dr. Kek Pung von der kambodschanischen Menschenrechtsorganisation LICADHO, von Manfred Hornung, dem Büroleiter der Böllstiftung in Kambodscha, und Roman Herre von FIAN Deutschland, der vor Ort selbst recherchierte.

Mehr unter:  Zucker für den EU-Markt – Landraub in Kambodscha

Veranstaltung zu Landgrabbing in Kambodscha

Die Heinrich-Böll-Stiftung, die Welthungerhilfe und FIAN, vertreten durch den Agrarreferenten Roman Herre, laden am Sonntag, 20.11.11, um 18 Uhr ein zu einer Informationsveranstaltung zur Ernährungssituation und zum Problem des Landgrabbing in Kambodscha. Die Präsidentin der kambodschanischen Menschenrechtsorganisation LICADHO, Dr. Kek Pung, wird Informationen aus erster Hand beitragen.
Außerdem wird der Frage nachgegangen, welche Zusammenhänge zwischen dem Landraub in dem fernen Land und unserem Bankkonto möglicherweise bestehen:

Landraub und Bankkonto

Die Veranstaltung findet in der Heinrich Böll Stiftung statt (Schumannstr. 8, Berlin-Mitte).

Mehr zur Beteiligung der Deutschen Bank an Landinvestitionen