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Pressemitteilung: Recht auf Nahrung von zwei Milliarden Menschen verletzt

Köln –– Laut den gestern in New York vorgestellten Zahlen der Welternährungsorganisation FAO leiden 821 Millionen Menschen weltweit an schwerem Hunger. Damit ist die Zahl der chronisch hungernden Menschen das dritte Jahr in Folge angestiegen. Laut der Menschenrechtsorganisation FIAN ist dies eine skandalöse Entwicklung, da sich parallel dazu in den vergangenen Jahren die weltweiten Ernten und Nahrungsvorräte deutlich erhöhten.

Die wachsende Schere zwischen Arm und Reich ist laut FAO-Bericht eine zentrale Ursache für diese Entwicklung. „Es ist einer der größten Skandale unserer Zeit, dass trotz ausreichend vorhandener Nahrung so viele Menschen hungern und an den Folgen von Hunger sterben“, so Roman Herre von der Menschenrechtsorganisation FIAN. Herre hebt hervor, dass somit das Recht auf Nahrung von zwei Milliarden Menschen – rund 26 % der Weltbevölkerung – verletzt wird.

Mit dem diesjährigen Report „State of Food Security and Nutrition in the World“ (SOFI) hat die FAO den neuen Indikator FIES (Food Insecurity Experience Scale) zur Hungerbemessung berücksichtigt. Er beruht – im Gegensatz zum klassischen Indikator Prevalence of Undernourishment (PoU) – auf konkreten Haushaltsbefragungen. Demnach leiden über zwei Milliarden Menschen an Ernährungsunsicherheit und sind gezwungen, regelmäßig Mahlzeiten auszulassen. Hierzu gehören auch 8% der Bevölkerung in Europa und Nordamerika. Die weltweite Erhebung des FIES-Indikators ermöglicht nach Ansicht von FIAN eine genauere Analyse der Hunger-Ursachen, wenn auch eine Aufschlüsselung der einzelnen Länder weiterhin fehlt.

Die Herausgeber des Berichts, darunter die Direktoren der FAO und des Welternährungsprogramms WFP, waren sich gestern in New York einig, dass die wachsende Schere zwischen Arm und Reich, Austeritätsprogramme und mangelnde soziale Sicherheit zentrale Ursachen des Hungers sind. Sie unterstrichen die Notwendigkeit eines grundlegenden politischen Umsteuerns, um die Ursachen des Hungers anzugehen – ein neuer Ton im Vergleich zu den SOFI-Veröffentlichungen der vergangenen Jahre. Was progressiv beginnt, endet jedoch in den altbekannten Forderungen nach einer stärkeren Rolle von Privatsektor und Industrie durch erhöhte Investitionen und Finanzierungen. Keiner der Herausgeber fordert ein stärkeres Engagement für die Menschenrechte.

„Um das Ziel der Weltgemeinschaft zu erreichen, den Hunger bis 2030 zu beenden, warten die Betroffenen weiter auf ein echtes Umdenken in der Politik. Diese verlässt sich weiter einseitig auf die vollmundigen Versprechen der Agrar- und Ernährungskonzerne, die schon seit 50 Jahren erklären, dass ihr industrielles Produktionsmodell den Hunger beenden würde. Die Zahl der Hungernden ist seitdem jedoch gestiegen, obwohl diese Konzerne heute mehr denn je die Ernährung kontrollieren“, so Philipp Mimkes, Geschäftsführer von FIAN Deutschland. Weitere strukturelle Gründe für die hohen Hungerzahlen – die Diskriminierung von Frauen und ländlicher Bevölkerung, Landgrabbing oder die erzwungene Öffnung der Agrarmärkte in Entwicklungsländern – wurden bei der Vorstellung des Berichts ebenfalls kaum berücksichtigt. „In Ländern des Südens werden rund zwei Drittel aller Nahrungsmittel von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern produziert. Diese werden jedoch seit Jahrzehnten systematisch in unfruchtbare und abgelegene Gebiete abgedrängt und einem unfairen globalen Wettbewerb ausgesetzt“, so Mimkes weiter.

Das Recht auf Nahrung wird im UN-Sozialpakt garantiert. In den Nachhaltigen Entwicklungszielen haben die Vereinten Nationen vereinbart, bis 2030 das Recht auf Nahrung für alle Menschen zu verwirklichen. FIAN setzt sich seit 1986 für die Durchsetzung des Rechts auf Nahrung ein und besitzt offiziellen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen.

Zum kompletten SOFI-Bericht: http://www.fao.org/publications/sofi/en/

FIAN wird in den kommenden Wochen eine umfassendere Bewertung der Ergebnisse des SOFI-Berichts 2019 vornehmen. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Philipp Mimkes (P.Mimkes@Fian.de, Tel: 0221-47449120) oder Roman Herre (r.herre@fian.de, Tel: 01520-7067302).

Hintergrund zum FIES:
Der FIES (Food Insecurity Experience Scale) wurde als zusätzlicher Indikator zur Erreichung des SDG-Ziels 2, Hunger weltweit bis zum Jahr 2030 zu beenden, etabliert. Er beruht im Gegensatz zum klassischen Hunger-Indikator der FAO auf Haushaltsbefragungen und kann damit auch besser unterschiedliche Schweregrade von Hunger und Ernährungsunsicherheit messen. Mit dem diesjährigen SOFI wurden erstmals auch Zahlen zur „moderaten Ernährungsunsicherheit“ (moderate food insecurity) veröffentlicht.
Weiterhin bietet der neue Indikator die Möglichkeit, die Daten zu disaggregieren – also nach Geschlecht, Alter, Wohnort etc. aufzuschlüsseln. Dadurch erhofft sich FIAN, dass die zugrundeliegenden Ursachen von Hunger deutlich besser analysiert und die Wirkung politischer Maßnahmen auf marginalisierte Gruppen hergestellt werden können.

Hintergrund zur Weltgetreideernte:
Die Weltgetreideernte beinhaltet die Ernte der global bedeutendsten Grundnahrungsmittel Weizen, Mais und Reis. Laut FAO (Food Outlook 5/2019) ist die Weltgetreideernte in den letzten 10 Jahren deutlich von 2,2 auf 2,8 Milliarden Tonnen angestiegen. Auch die Weltgetreidespeicher sind deutlich besser gefüllt, als noch vor 10 Jahren: Der Stand ist von 520 Millionen Tonnen auf 852 Millionen Tonnen gestiegen.

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Vertreibung zugunsten der Kaweri Coffee Plantation der Neumann Kaffee Gruppe in Uganda: FIAN fordert Bundesregierung zu schnellem Handeln auf

2001 wurden rund 4.000 Menschen vom ugandischen Militär vertrieben. Das Land wurde der Neumann Kaffee Gruppe für den Aufbau der Kaweri Coffee Plantation übergeben. Die Vertriebenen streiten seitdem gerichtlich für Wiedergutmachung und Entschädigung. Am 1. Juli 2019 hat der Richter des Hohen Gerichts in Kampala im Verfahren gegen das Unternehmen und den ugandischen Staat bis zum 28. August 2019 ein Mediationsverfahren angeordnet. „Jetzt kann die Bundesregierung beweisen, dass sie ihre menschenrechtlichen Verpflichtungen in diesem Fall ernst nimmt“, erläutert FIAN-Referentin Gertrud Falk, die den Fall seit 2003 begleitet und in der vergangenen Woche vor Ort war. „Sie kann nun ihre Möglichkeiten nutzen, um die ugandische Regierung und das Unternehmen endlich zum Einlenken zu bewegen. Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung einerseits die Hanns R. Neumann-Stiftung als Partner der Entwicklungszusammenarbeit lobt und gleichzeitig die andauernden Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dessen ugandischen Tochterunternehmen untätig hinnimmt.“

FIAN ist darüber hinaus besorgt über den akuten Hunger unter den Vertriebenen: Ihnen fehlt aufgrund der Vertreibung ausreichendes Ackerland zum Anbau von Nahrungsmitteln. Zusätzlich sind sie nun schutzlos den Folgen des Klimawandels ausgesetzt. Der übliche Regen ist in dieser Anbausaison ausgeblieben, so dass Gemüse und Getreide nicht gewachsen sind. „Die Vertriebenen leben von der Hand in den Mund und können keine Lebensmittelreserven aufbewahren“, berichtet Gertrud Falk. „Vor allem Frauen und Kinder leiden unter Hunger und Mangelernährung.“ FIAN fordert die Bundesregierung daher auf, den Vertriebenen schnell humanitäre Hilfe zu leisten.

Der UN-Sozialausschuss hat 2015 seine Besorgnis über diese Vertreibung ausgedrückt sowie darüber, dass die Landrechte der Betroffenen weiterhin missachtet werden. Deutschland hat den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte ratifiziert, in dem das Recht auf Nahrung verfasst ist. Die Rechte des Pakts müssen auch außerhalb der eigenen Staatsgrenzen geachtet und gefördert werden. In seinem Rechtskommentar zu Wirtschaft und Menschenrechten weist der zuständige UN-Sozialausschuss darauf hin, dass Staaten verpflichtet sind, Verstöße gegen diese Rechte durch Unternehmen unter ihrer Kontrolle sowie deren Tochterunternehmen auch außerhalb der eigenen Staatsgrenzen zu verhindern und Abhilfe zu schaffen.

Kontakt:

Gertrud Falk, FIAN Deutschland, Tel. 0221-47 44 91-15, E-Mail: g.falk@fian.de

Weitere Informationen:

Dokumentation des Falls
Hintergrundbroschüre: Coffee to Go – die Vertreibung zugunsten der Kaweri Coffee Plantation in Mubende/Uganda und ihre Folgen
Webseite des BMZ zur Initiative TEAM UP
Empfehlungen des UN-Sozialausschusses an Uganda zu dieser Vertreibung , (Absatz 30)
Empfehlungen des UN-Sozialausschusses an Deutschland zu Wirtschaft und Menschenrechten: „The Committee calls on the State party to ensure that its policies on investments by German companies abroad serve the economic, social and cultural rights in the host countries.“ (Absatz 10)
2018: „It [the committee] also recommends that the State party adopt a regulatory framework that ensures that all companies domiciled in the State party or under its jurisdiction identify, prevent and address human rights abuses in their operations not only in Germany but also abroad and that such companies can be held liable for violations.” (Absatz 8)
Rechtskommentar des UN-Sozialausschusses zu Wirtschaft und Menschenrechten (Englisch)( Abschnitt C zu Extra-territorialen Staatenpflichten)


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Landraub in Paraguay: Indigene Gemeinden erhalten erste Kompensationszahlungen

Während der Stroessner-Diktatur (1954 bis 1989) erreichte der Landraub in Paraguay einen traurigen Höhepunkt. Die Gemeinschaft der Sawhoyamaxa wurde beispielsweise von dem deutschen Grundbesitzer Heribert Rödel verdrängt. Anfang der 1990er Jahre begann sie, den Kampf um das Land ihrer Vorfahren aufzunehmen. 2006 gab ihnen der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (IAGMR) Recht und verurteilte Paraguay dazu, das Land an die Indigenen zurück zu geben. Trotz mehrerer Verwarnungen durch den IAGMR hat der Staat Paraguay das Urteil bis heute nicht vollzogen.
Paraguay kommt Umsetzung des Urteils zögerlich nach
Am 6. Mai 2019 überwies die Regierung eine erste Rate von einer halben Million US-Dollar der im Urteil angeordneten Entschädigungen an die indigenen Gemeinschaften Xákmok Kásek und Yakye Axa. Die Sawhoyamaxa sollen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte erste Zahlungen erhalten. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen laut der Menschenrechtsorganisation Tierraviva insgesamt rund drei Millionen US-Dollar mittels mehrerer Entwicklungsfonds ausgezahlt werden. Bereits 2013 war eine knappe halbe Million Dollar fu?r die Gemeinschaften der Sawhoyamaxa und Yakye Axa ausgezahlt worden, jedoch von fu?hrenden Mitarbeiter*innen des staatlichen Indigenen-Institutes sowie der Organisation Reforeast Par veruntreut worden.
Im Fall Sawhoyamaxa leistet Paraguay die im Urteil angeordneten Zahlungen erst nach mehrmaligen Ermahnungen des IAGMR. Die Enteignung der unrechtmäßigen Besitzer geschah 2014 mit sechsja?hriger Verspa?tung. Drei weitere Jahre dauerte es, bis das private Sicherheitspersonal die Ländereien verließ. Alleine bis 2009 kam es laut des IAGMR aufgrund der unterlassenen Umsetzung des Urteils durch den Staat Paraguay zu mindestens 21 Todesfa?llen innerhalb der Gemeinschaft Sawhoyamaxa (siehe IAGMR-Resolution von 2009).

Teile des Landes noch immer in unrechtma?ßigem Besitz
Noch ausstehend im Fall der Sawhoyamaxa sind die Ausgabe kollektiver Landtitel sowie die Ausstellung gu?ltiger Ausweisdokumente. Ebenso fällig bleibt die Ru?ckgabe von weiteren dreitausend Hektar an die Xa?kmok Ka?sek. Um dies zu verzo?gern, hat der bisherige Privatbesitzer die Fla?chen als Naturreservat registriert, was ebenfalls vom IAGMR kritisiert wurde. Das Recht auf Nahrung ist zudem gefa?hrdet, da die Gemeinden in extrem preka?ren Umsta?nden ohne fließendes Wasser und Anschluss an das Strom- oder Transportnetz leben.
In seinem Urteil fordert der IAGMR die Einrichtung eines wirksamen Mechanismus zum Schutz von indigenem Land im paraguayischen Rechtssystem. Dies kommt einer grundlegenden Kritik an einem Staat gleich, der koloniale Kontinuita?ten in Form unrechtlicher Eigentumstitel von Großgrundbesitzern bis heute wahrt. Die Aufforderung zur Dekolonialisierung des Landrechts wird jedoch von der Regierung besta?ndig ignoriert. Nichtsdestotrotz bedeuten die rechtliche Anerkennung der Forderungen der indigenen Gemeinschaften und die teilweise Umsetzung des Urteils einen Fortschritt im Kampf um die Wiederaneignung von indigenem Land zugunsten einer selbstbestimmten Nahrungsproduktion.


>>> FIAN-Arbeit zum Fall Sawhoyamaxa >>> FIAN-Studie „Das Recht auf Nahrung indigener Gemeinschaften in Lateinamerika“ >>> IAGMR-Resolution von 2009 zur Urteilsvollstreckung

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Neue Ausgabe des FoodFirst-Magazins erschienen

Werden Menschen- und Umweltrechte in lateinamerikanischen Demokratien respektiert, oder werden sie nur auf dem Papier beachtet? Almudena Abascal widmet sich dieser Frage in der aktuellen Ausgabe des FoodFirst-Magazins und unterzieht die Regierungen Ecuadors und Brasiliens einer gründlichen Prüfung. Die Ergebnisse sind alarmierend: Gesetz und Wirklichkeit liegen weit voneinander entfernt. Menschen- und Umweltrechtsverletzungen nehmen zu.

Auch Paraguay ignoriert die Rechte der Bürger*innen trotz konstitutioneller Verankerung beständig. Landraub ist an der Tagesordnung, u.a. im Fall der Sawhoyamaxa (siehe hier). Mit einer ersten finanziellen Entschädigung gibt es nun einen Teilerfolg, doch wartet die Indigenengemeinschaft weiter auf die Rückgabe ihres Landes.

Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung (2000 bis 2008), war zu Gast in der FIAN-Geschäftsstelle. Wir sprachen mit ihm über aktuelle Bedrohungen des Rechts auf Nahrung und über Perspektiven der Arbeit von FIAN. Schließlich beleuchtet Kirsten Müller, wie vom Klimawandel Betroffene erstmals vor dem Gericht der Europäischen Union den Schutz ihrer Grundrechte einklagen. Klimaklagen sollen die EU und die Bundesregierung zum Handeln bewegen, „denn Klimaschutz ist eine rechtliche Notwendigkeit und keine politische Gefälligkeit.“

Weitere Artikel befassen sich mit Vertreibungen durch Palmöl-Plantagen in Sierra Leone, der Ausbeutung von Geflüchteten im Obst- und Gemüseanbau in Italien sowie mit der Reform des Bodenrechts im Senegal. Die Unterstützung ausländischer Investoren und das neue Weltbank-Vorhaben, die Bodenrechte im Senegal weiter zu privatisieren, stellen eine Gefahr für die Ernährungssouveränität vor allem der senegalesischen Landbevölkerung dar.
Dieser Text kann als Leseprobe online abgerufen werden.

Ein kostenloses Probeexemplar können Sie hier anfordern: Info(at)Fian.de

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Pressemitteilung: Einspruch gegen Patent auf Lachs und Forellen

Ein breites Bündnis von über 30 Organisationen -darunter auch FIAN Deutschland- hat am 26. Juni Einspruch gegen das Patent auf Lachs und Forellen (EP1965658) eingelegt. Das Bündnis fordert einen vollständigen Widerruf des Patentes, das keine technische Erfindung sei, sondern viel eher den Charakter Fake-Erfindung aufweise. >> hier geht's zur vollständigen Pressemitteilung.

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FIAN beim Kirchentag in Dortmund

Auf dem 37. Evangelischen Kirchentag in Dortmund war FIAN mit einem großen Infostand auf dem Markt der Möglichkeiten vertreten. Ein Glücksrad, das die weltweite Ernährungs(un)gerechtigkeit veranschaulicht, lockte Interessierte aller Altersgruppen.

Wir diskutierten mit einem sehr aufgeschlossenen Publikum über Klimaschutz, Unternehmensverantwortung und Menschrechte. Viel Raum nahmen die verschiedenen Fälle ein, die FIAN in Ländern des Südens begleitet (z.B. in Brasilien, Paraguay, Uganda oder Kambodscha) sowie die Möglichkeiten, FIAN zu unterstützen.
FIAN-Referentin Gertrud Falk sprach vor zahlreichen Zuhörer*innen über das Jahresthema „Klimaschutz braucht Menschenrechte!“.

Wir blicken auf eine sehr erfolgreiche Teilnahme mit anregenden Begegnungen, neugierigen Besucher*innen und neuen Kontakten zurück. Besonders motivierend war die ehrenamtliche Unterstützung, die die große Anzahl der Gespräche erst möglich gemacht hat.

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Presseinformation: Zwei Guarani-Kaiowá Frauen aus Brasilien am 20. Juni in Köln und am 23.-25. Juni in Berlin/ Interviews möglich.

Die ehrenamtliche Gruppe „Guarani-Kaiowa Support Networt“ (in Europa), zusammen mit Abá e.V. und Klima Bündnis und Katholischer Fonds, in Zusammenarbeit mit Brasil Nilê, Weltladen, Weltkulturen Museum, Brasil em Debate, FIAN Deutschland, Brigada Feminista, Gesellschaft für bedrohte Völker, Brot für die Welt, CIMI und die Indigenen Organisation Guarani und Kaiowas Kuñangue Aty Guasu und Aty Guasu wird im Juni eine Delegation von Guarani Kaiowá Frauen aus Brasilien in Europa empfangen. Die Delegation wird u.a. in Gesprächen mit deutschen Institutionen, Bundestagsabgeordneten und weitere NROs über die bedrängte Lage von indigenen Gruppen, insbesondere von Frauen, in Brasilien informieren. Nach ihrer Rundreise durch Deutschland und Österreich wird die Delegation nach Genf weiterreisen, um an der Sitzung des Menschenrechtsausschusses teilzunehmen.

Die zwei Anführerinnen der Frauenorganisation der Guarani Kaiowá „Kuñangue Aty Guasu“, stehen am 20. Juni in Köln sowie am 23. bis 25 Juni in Berlin für Interviews zu Verfügung – entweder vor Ort oder telefonisch.

Mit dem Rechtsruck unter der aktuellen brasilianischen Regierung sind deutliche Einschränkungen in Bezug auf die Rechte indigener Gruppen zu befürchten, sowie ein Anstieg der Gewalt gegen Indigene und eine zunehmende Kriminalisierung von indigenen Organisationen. Frauen sind hier besonders betroffen. Im Vordergrund steht dabei sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Weiterhin leiden Frauen unter Diskriminierung und Misshandlungen im öffentlichen Gesundheitswesen. Die Zerstörung der indigenen Kultur wirkt sich negativ auf die Frauen aus.

FIAN begleitet seit mehreren Jahren den Kampf der Guarani Kaiowá in Brasilien für die Durchsetzung ihrer, von der brasilianischen Verfassung garantierten Landrechte. Im August 2017 nahm FIAN Deutschland gemeinsam mit FIAN International, FIAN Brasilien, HEKS und Reporter Brasil an einer Fact Finding Mission in Mato Grosso do Sul teil um die Menschenrechtssituation der Guarani Kaiowá zu beobachten, sowie die Verbindung zwischen europäischen Unternehmen und der Agrarindustrie in Brasilien und ihre mögliche Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen gegen die Guarani Kaiowá Bevölkerung zu recherchieren.
Informationen und Interviews:

Almudena Abascal, FIAN Lateinamerika-Referentin
Tel.: 0221-47449113
E-Mail: a.abascal(ät)fian.de
Mobil: 0162 3487660

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FIAN Kolumbien will „keine Lügen mehr essen“

Am 24. Mai 2019 reichte FIAN Kolumbien einen formalen Brief beim kolumbianischen Kongress ein, in welchem die Fortsetzung des Gesetzesprojektes zur Etikettierung hochverarbeiteter Lebensmittel und gezuckerter Getränke – in Kolumbien als „Schrottessen“ (Comida Chatarra) bekannt – gefordert wird. Die Idee: Sechseckige Symbole sollen vor erhöhten Gehalten an Zucker, Salz und gesättigten Fettsäuren warnen und dadurch vor allem Kinder und Jugendliche vor Fettleibigkeit schützen. Unter dem Motto „Iss keine Lügen mehr“ setzt sich FIAN Kolumbien gemeinsam mit anderen Organisationen für eine angemessene Information der Verbraucher*innen ein. Schon 2017 forderte das zivilgesellschaftliche Bündnis ein Verbot der gesundheitsschädlichen Lebensmittel an Grundschulen. Eine transparente Angabe von Lebensmittelinhalten wird jedoch weiterhin durch den Einfluss großer Lebensmittelkonzerne und der Verzögerungstaktik seitens konservativer Abgeordneter verhindert.
Laut kolumbianischem Gesetz hätte bereits im Dezember letzten Jahres der Gesetzestext im Kongress präsentiert und debattiert werden müssen. Die Kongressmitglieder würden ihrer Verfassungspflicht nicht nachkommen und die Gewährleistung der Rechte von Kindern und Jugendlichen vernachlässigen, so FIAN Kolumbien.

>>> mehr zum Thema Comida Chatarra in dieser Studie der Heinrich Böll Stiftung (spanisch)

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+++Neuer Flyer zum Download verfügbar+++

Der Klimawandel bedroht das Menschenrecht
auf Nahrung. Die Vereinten Nationen schätzen, dass
bis zum Jahr 2080 rund 600 Millionen Menschen
allein aufgrund des Klimawandels Hunger leiden
werden, wenn die Erderhitzung nicht gestoppt wird. Der Energiesektor ist mit 25% weltweit der größte
einzelne Verursacher von klimaschädlichen Treibhausgasen.
Dies liegt vor allem an der Verbrennung
fossiler Energieträger, also Kohle, Gas und Öl. Die Industriestaaten sind Hauptverursacher
des Klimawandels. Daher sind sie völkerrechtlich
verpflichtet, den Klimawandel durch Verringerung
ihrer Treibhausgas-Ausstöße zu stoppen und die
besonders betroffenen Staaten bei Maßnahmen
zur Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.  
>der aktuelle Flyer zum Download

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Archie Mulunda von FIAN Sambia zu Gast

FIAN Deutschland arbeitet seit vielen Jahren zu Fällen in Sambia , unter anderem zur Förderung großflächiger Landwirtschaft durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Archie berichtete anschaulich von der Situation in Sambia und der dortigen Arbeit von FIAN: In Sambia leiden noch immer mehr als 40 % der Bevölkerung an Unterernährung. Zwei Drittel der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Die Folgen des Klimawandels verschärfen schon heute die Ernährungs-Probleme. Große Investitionen der Agrarindustrie führen oftmals zu Landkonflikten.
Umso wichtiger und erfreulicher ist die Nachricht, dass sich in Sambia nun eine offizielle FIAN-Sektion gegründet hat (auch wenn schon seit vielen Jahren Einzelpersonen für FIAN aktiv waren). Archie Mulunda berichtet hierzu: „FIAN Sambia besteht derzeit aus 32 Mitgliedern, darunter sieben Vorstandsmitglieder und 25 unterstützende Mitglieder. Dennoch befindet sich die Sektion noch in den Kinderschuhen – es kommt noch eine Menge Arbeit auf uns zu“.
Die Menschenrechtssituation und die anhaltende Unterernährung bereiten der Sektion am meisten Sorgen: „Eines unserer Hauptprobleme ist der anhaltende Hunger in Sambia. Insbesondere ist die ländliche Bevölkerung betroffen, die von staatlicher Unterstützung abhängig ist. Kleinbauern und Kleinbäuerinnen müssen lange auf Saatgut warten oder erhalten gar keines. Dies führt dauerhaft zu Unterernährung. Besonders betroffen sind Frauen, die für die Ernährung der Familie zuständig sind. Kinder ohne ausreichende und gesunde Ernährung leiden unter extremen Konzentrationsschwächen, worunter die Schulbildung leidet“.
Zur Menschenrechtssituation und der Arbeit von FIAN Sambia erscheint in der nächsten Ausgabe des FoodFirst-Magazins ein ausführliches Interview. Wir haben uns über den Besuch von Archie Mulunda und den Bericht über die Herausforderungen für die neue Sektion gefreut. Für die weitere Zusammenarbeit wurden gemeinsame Recherchen und Publikationen vereinbart.

Original-Artikel unter fian.de