Artikel zum Thema Pressemitteilung

Philippinen: Menschenrechts-BeobachterInnen gesucht

FIAN unterstützt den folgenden Aufruf von IPON: Das International Peace Observers Network (IPON) ist eine kleine unabhängige, nicht-staatliche Menschenrechtsgruppe, die seit 2006 Menschenrechtsbeobachtung in den Philippinen im Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung durchführt. Wir von IPON begleiten lokale MenschenrechtsverteidigerInnen (MRV) mit dem Ziel, dass diese ihr friedliches, soziales Engagement frei von Repressionen und Gewalt ausüben können.

Die Instrumente und somit zentralen Säulen unserer Arbeit sind zum einen die Präsenz vor Ort, um die Schwelle für Übergriffe zu erhöhen, Begleitung und Beobachtung. Dazu zählt beispielsweise, die MRV zu Gerichtsterminen oder Treffen mit anderen staatlichen Institutionen zu begleiten, sowie die Situation der MRV zu dokumentieren und Informationen zusammenzutragen. Des Weiteren gehören das Informieren und Handeln dazu, mit der Überzeugung, dass die Bekanntmachung von Menschenrechtsverletzungen zu deren Abnahme oder sogar deren Verhinderung führt.

IPONs Arbeit beruht auf internationalen Menschenrechten und verfolgt einen legalistischen Ansatz – das bedeutet, dass der Staat als Unterzeichner der UN-Menschenrechtscharta die Einhaltung der Menschenrechte garantiert, und deswegen diesem gegenüber der Anspruch auf die Einhaltung dieser Verantwortung, wie dessen Schutzpflichten gegenüber den MRV eingefordert wird. Basierend auf dem Ansatz der Nichteinmischung ist IPON unparteiisch und neutral gegenüber den Inhalten des Konfliktes und der Arbeit der begleiteten MRV. Die Menschenrechtsbeobachtenden sind Freiwillige, die für den aktiven Einsatz in die Philippinen auf Ausbildungsseminaren eine intensive Vorbereitung durch IPON in Deutschland erfahren. (Dorothee Richter, ehemalige Menschenrechtsbeobachterin von IPON)

Kontakt: www.ipon-philippines.org; contact[at]ipon-philippines.org

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Sambia: FIAN-Artikel zu Entwicklungsfinanzierung

Hier online: http://bit.ly/Sambia_Herre

FIAN-Agrarreferent Roman Herre skizziert in seinem Artikel „Problematische Entwicklungsfinanzierung“, welche Rolle deutsche Akteure bei großflächigen Agrarinvestitionen in Sambia spielen. Diese führen vor Ort immer wieder zu Landkonflikten und Menschenrechtsverletzungen. Der Artikel erscheint in der aktuellen Ausgabe von „Afrika Süd“.

Der UN-Sozialausschuss beschreibt detailliert die Verantwortung der Staaten, auch außerhalb ihres Staatsgebiets zur Verwirklichung der Menschenrechte beizutragen. Vor diesem Hintergrund und unter Bezugnahme auf eigene Vor-Ort-Recherchen beschreibt Roman Herre den Einfluss von Entwicklungsbanken auf die Landbesitzverhältnisse, welche das Recht auf Nahrung der sambischen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen gefährden.

Die zentrale Bedeutung, die einer Regulierung der Finanzindustrie bei der Erfüllung extraterritorialer Menschenrechtspflichten zukommt, wird beispielhaft am Fonds AATIF (Africa Agriculture and Trade Investment Fund) erläutert. Dieser investiert bevorzugt in große Agrarprojekte, die in Konkurrenz zu traditionellen Landnutzungsrechten steht. Selbst die AATIF-eigenen Sicherheitsbestimmungen (Safeguards), die unfreiwillige Umsiedlungen verbieten, wurden wiederholt verletzt.

Herre schließt sich der Forderung der UN-Sonderberichterstatterin zum Recht auf Nahrung, Prof. Hilal Elver, an, die in ihrem kürzlich veröffentlichten Bericht zu Sambia fordert, traditionelle Nutzungsrechte mit denen von Grundbesitzern gleichzustellen, um das Menschenrecht auf Nahrung für die Bevölkerung zu gewährleisten.

Der Artikel ist ab sofort auf unserer Homepage abrufbar.

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Das Lächeln und der Kampf der Guaraní-Kaiowá

Sabrina Tschiche (Text) und Katie Mähler (Fotos) haben als Teil einer europäischen Beobachtergruppe eine Recherche im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul unternommen. Ihre Reportage soll ein Bewusstsein für die Menschenrechtsverletzungen schaffen, die dort auch im Namen europäischer Politik und Wirtschaft gegenüber indigenen Gemeinschaften begangen werden. Im Gespräch mit Vertreter*innen der Guaraní-Kaiowá möchten sie herausfinden, was von Europa getan werden kann, um deren Widerstand zu unterstützen.

Die ausführliche Reportage mit den eindrucksvollen Fotos können Sie hier lesen.

Informationen zur Fallarbeit von FIAN finden Sie hier

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Pressemitteilung – Brasilien: Investitionen von Pensionskassen führen zu Menschenrechtsverletzungen

FIAN fordert von Bundesregierung schärfere Regulierung von Pensionsfonds / vollständige Studie hier abrufen: http://bit.ly/MaToPiBa_Report Eine Studie der Menschenrechtsorganisation FIAN deckt auf, wie internationale Investmentfonds und Pensionskassen die Existenz ländlicher Gemeinden im Nordosten Brasiliens zerstören. Die massive Ausweitung der Agrarwirtschaft in der Region Matopiba – einer Fläche von rund 73 Millionen Hektar in den Bundesstaaten Maranhão, Tocantins, Piauí und Bahía – schädigt lokale Ökosysteme und bedroht die Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Auch führt der Ausbau der industriellen Landwirtschaft, vor allem von Soja, zu extremer Entwaldung. Die Matopiba-Region beherbergt rund 5% der weltweiten Biodiversität und ist somit ökologisch ebenso wichtig wie das Amazonasgebiet.

Europäische Pensionskassen mitverantwortlich
Pensionsfonds aus den USA und Europa haben Hunderte von Millionen Dollar in brasilianisches Ackerland investiert. Allein der US-amerikanische Investor TIAA, in den u.a. die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe, der Pensionsfonds AP2 der schwedischen Regierung sowie der niederländische Pensionsfonds ABP investiert haben, hat in Brasilien fast 300.000 Hektar Agrarflächen gekauft. „Die Fonds sind zwar nicht selbst an der Vertreibung der örtlichen Bevölkerung beteiligt, aber sie sind ein wesentlicher Bestandteil dieser destruktiven Entwicklung. Denn die Pensionskassen profitieren unmittelbar von Bodenspekulation und steigenden Grundstückspreisen", so Philip Seufert von FIAN International.
Die Heimatstaaten der Fonds – darunter Deutschland – haben es versäumt, eine wirksame Regulierung zum Schutz von Umwelt und Menschenrechten einzuführen; stattdessen setzen sie auf freiwilliges Engagement der Investoren. „Ein solcher Ansatz überlässt die Rolle des Schiedsrichters ausgerechnet denjenigen Akteuren, die in schwere Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind. Hierdurch verletzen die beteiligten Staaten ihre menschenrechtlichen Pflichten. Die Renten in den USA und Europa dürfen nicht auf dem Rücken ländlicher Gemeinden in Brasilien gesichert werden!", so Seufert weiter.
Roman Herre von FIAN Deutschland fordert eine staatliche Regulierung von Auslandsinvestitionen, speziell von Pensionsfonds: „Deutsche Aufsichtsbehörden dürfen nicht nur – wie bisher – den Werterhalt solcher Anlagen prüfen, sondern müssen sie auch auf die Einhaltung von Menschenrechten abklopfen und notfalls haftbar machen“. Pensionsfonds halten derzeit weltweit über 40 Billionen US Dollar – also 40.000 Milliarden! – und haben sich innerhalb weniger Jahre zu einem Schwergewicht der Finanzbranche entwickelt. „Eigentlich wäre es die Aufgabe deutscher Behörden, Untersuchungen zu den menschenrechtlichen Risiken solcher Auslands-Investitionen durchzuführen“, so Herre weiter.
Bis Januar 2019 muss die Bundesregierung die EU-Richtlinie über die „Tätigkeiten und die Beaufsichtigung von Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung“ (EbAV II-Richtlinie) in nationales Recht überführen. FIAN Deutschland hat in der vergangenen Woche eine Stellungnahme beim Bundesfinanzministerium eingereicht, in der eine Einhaltung der Menschenrechte bei Investitionen von Pensionsfonds gefordert wird.

Brasilien: gravierende Folgen für Bevölkerung
Die von FIAN und rund 30 Partnergruppen aus Europa, den USA, Kanada und Brasilien veröffentlichte Studie zeigt, dass in Brasilien ganze Gemeinden vertrieben werden. Böden und Gewässer werden durch Agrarchemikalien kontaminiert. Viele Betroffene verlieren ihre Existenz und wandern in die Städte ab, wo sie in Slums ihre Existenzen in prekären oder illegalen Verhältnissen zu sichern versuchen; als Alternative bleibt meist nur die Arbeit unter prekären, oft sklavenähnlichen Bedingungen in den Agrarbetrieben, die nun ihr ehemaliges Land besetzen. Zugleich nimmt die Gewalt gegen kommunale Anführer zu – allein im vergangenen Jahr wurden in Brasilien 70 Menschenrechts-VerteidigerInnen ermordet.
„Die Landnahme selbst erfolgt meist durch lokale Akteure. Dahinter stehen jedoch in vielen Fällen internationale Investoren. Wesentlicher Bestandteil dieses Geschäfts ist die Fälschung von Landtiteln zur Aneignung von illegal angeeignetem Land“, so Isolete Wichinieski von der Comissão Pastoral da Terra (CPT), einer brasilianischen Organisation, die eng mit ländlichen Gemeinden zusammenarbeitet. „Die Einheimischen besitzen selten formelle Landtitel, aber das brasilianische Recht erkennt die Rechte an, die sie durch die Nutzung ihres Landes über Generationen hinweg erworben haben“, so Wichinieski weiter.
Fábio Pitta vom brasilianischen Network for Social Justice and Human Rights ergänzt: „Die Matopiba-Region ist Zeuge einer Umwandlung von Land in ein finanzielles Gut. Dieser Prozess ist eine direkte Folge des wachsenden Einflusses der globalen Finanzwirtschaft“. Die brasilianischen Regierungen haben die Expansion des Agribusiness durch erhebliche Subventionen gefördert; die großen Sojamonokulturen erreichten die Matopiba-Region etwa seit dem Jahr 2000. „Internationale Investoren finanzieren seit jeher die agroindustrielle Produktion Brasiliens. Neu ist, dass seit der Finanzkrise vor zehn Jahren das Land selbst zum Ziel von Finanzakteuren geworden ist - unabhängig von der agroindustriellen Produktion darauf", so Pitta weiter.

Gerne senden wir die Stellungnahme von FIAN zur Umsetzung der EbAV II-Richtlinie zu

Kontakt: Roman Herre: R.Herre@Fian.de, 01520 7067302; Almudena Abascal: a.abascal@fian.de, 0221-47449113

Der 96-seitige Bericht "The Human and Environmental Cost of Land Business. The Case of MATOPIBA, Brasilien" wird von FIAN International, Rede Social de Justiça e Direitos Humanos und der Comissão Pastoral da Terra (CPT) veröffentlicht. Eine deutsche Übersetzung ist in Arbeit.
Die Recherchen wurde von FIAN International, den FIAN-Sektionen in Brasilien, Deutschland, den Niederlanden und Schweden, Rede Social de Justiça e Direitos Humanos und Comissão Pastoral da Terra (CPT) Piauí organisiert. Die Veröffentlichung wird unterstützt von: ActionAid Brasil, ActionAid USA, Aidenvironment, Brasil de Fato, Campanha Nacional em Defesa do Cerrado, Cáritas Regional do Piauí, CLOC – La Via Campesina, Comissão Pastoral da Terra (CPT), Comissão Pastoral da Terra (CPT/PI), Development and Peace, Escola de Formação Paulo de Tarso (EFPT-PI), Family Farm Defenders, FASE, Federação dos Agricultores Familiares (FAF), Federação dos Trabalhadores Rurais na Agricultura (FETAG-PI), Friends of the Earth International, GRAIN, Grassroots International, HEKS/EPER, Instituto Comradio do Brasil, InterPares, Maryknoll Office for Global Concerns, National Family Farm Coalition, Obra Kolping do Brasil, Paróquia de Santa Filomena, Presbyterian Hunger Program, PROGEIA (Santa Filomena), Sindicato dos Trabalhadores Rurais de Santa Filomena, Solidarity Sweden – Latin America, Student/Farmworker Alliance, SumOfUs, Via Campesina Brasil, WhyHunger.

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Dossier zum Welternährungsrat CFS erschienen

Hier online: http://bit.ly/Dossier_CFS

Die zentrale – jedoch wenig bekannte – Institution zur Durchsetzung des Rechts auf Nahrung ist der Welternährungsrat der Vereinten Nationen (UN Committee on Word Food Security, CFS).

Nach der Nahrungsmittelpreiskrise vor zehn Jahren wurde der Welternährungsrat grundlegend reformiert. Seitdem können Betroffene von Hunger und Mangelernährung ihre Anliegen direkt einbringen. Auch wurden zentrale Themen wie Landbesitz, Wasserpolitik oder Agrarinvestitionen verhandelt. Einigen Staaten, darunter die USA und Russland, geht dieses demokratische Novum jedoch zu weit. Auch die menschenrechtliche Basis des CFS wird unter Beschuss genommen.

FIAN setzt sich intensiv für die Stärkung und den Erhalt der fortschrittlichen Ausrichtung des CFS ein. In unserem sechs-seitigen Dossier zum Welternährungsrat gehen wir intensiv auf die Arbeitsweise, die Perspektiven und die aktuellen Bedrohungen für die Arbeit des CFS ein. Das Dossier ist ab sofort auf unserer Homepage abrufbar.

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FIAN-Recherche zu Landgrabbing: Artikel in „Schrot & Korn“

Den vollständigen Artikel können Sie hier nachlesen. Agrarkonzerne rauben brasilianischen KleinbäuerInnen Land, um darauf Soja, Mais und Zuckerrohr anzubauen. Mitverantwortlich für diese Landnahme und die schweren Umweltschäden sind auch deutsche Importe, vor allem von Tierfutter. Aber auch Land-Investitionen von europäischen Pensionskassen führen in Brasilien zu Vertreibungen und anderen Menschenrechtsverletzungen.

Allein die Anbauflächen für Sojamonokulturen in Brasilien haben sich seit dem Jahr 2000 fast verdreifacht, was der anderthalbfachen Agrarfläche Deutschlands entspricht. FIAN hat zusammen mit anderen Menschenrechts-Organisationen eine Recherche im Nordosten des Landes unternommen und Vertreibungen, starke Entwaldung und schwere ökologische Schäden dokumentiert.
Ein ausführlicher Artikel zu den FIAN-Recherchen erschien in der aktuellen Ausgabe von "Schrot & Korn". Das Magazin liegt bundesweit in Bioläden aus.



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Pressemitteilung zu den Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen: Protestaktion von FIAN gegen Menschenrechtsverletzungen

FIAN-Protestaktion am Montag, den 25. Juni von 8.00 – 10.00 Uhr am Congress-Centrum NORD, Koelnmesse, Deutz-Mülheimer Straße 111, Köln-Deutz

Im vergangenen September haben 30 Menschenrechts-ExpertInnen die sozialen, ökologischen und menschenrechtlichen Konsequenzen der massiven Ausweitung des Soja- und Zuckerrohr-Anbaus im Nordosten Brasiliens recherchiert. Dabei wurden Landgrabbing, weit verbreitete Fälschungen von Landtiteln sowie schwere ökologische Schäden dokumentiert. Mitverantwortung hierfür tragen Investitionen internationaler Pensionskassen, unter anderem aus Deutschland, Schweden und den Niederlanden. Pensionsfonds, die weltweit über 40 Billionen US Dollar halten, investieren seit rund zehn Jahren vermehrt in Agrarland.

Die Anbauflächen für Sojamonokulturen in Brasilien haben sich seit dem Jahr 2000 fast verdreifacht, was der anderthalbfachen Agrarfläche Deutschlands entspricht. Die Expansion führt zu Vertreibungen (besonders betroffen sind hiervon Indigene), dem Verlust der Artenvielfalt, Pestizidverunreinigungen, schwindenden Wasservorräten und Gesundheitsschäden. Dies fügt sich in den weltweiten Trend, wonach Land mehr und mehr ein Renditeobjekt für internationales Finanzkapital darstellt und immer weniger für Ernährung und ein Auskommen lokaler Gemeinden zu Verfügung steht.

FIAN Deutschland fordert eine staatliche Regulierung von Auslandsinvestitionen, speziell von Pensionsfonds: „Deutsche Aufsichtsbehörden dürfen nicht nur - wie bisher - den Werterhalt solcher Anlagen prüfen, sondern müssen sie auch auf die Einhaltung von Menschenrechten abklopfen und notfalls haftbar machen“, so Roman Herre, Agrarreferent von FIAN.

Allein im vergangenen Jahr wurden in Brasilien 70 Menschenrechts-VerteidigerInnen ermordet, häufig im Zusammenhang mit Landkonflikten. Das häufig vorgebrachte Argument, die Agrarindustrie sei zentral für die Entwicklung Brasiliens, ist fadenscheinig. „Der größte Teil der landwirtschaftlichen Produktion Brasiliens dient dem Export von Agrarrohstoffen wie Soja, Mais und Zuckerrohr. Die Ausbreitung dieser Monokulturen dient lokalen Eliten sowie transnationalen Unternehmen wie BASF, Bayer oder Cargill, die die Märkte für Saatgut, Pflanzenschutzmittel, Dünger und Maschinen dominieren, nicht jedoch der örtlichen Bevölkerung“, so Almudena Abascal, Lateinamerika-Referentin von FIAN. Allein im Bundesstaat Mato Grosso do Sul kämpfen etwa 30.000 Indigene vom Volk der Guarani-Kaiowá um Zugang zu ihren traditionellen Gebieten. Sie wurden in der Vergangenheit von ihrem Land vertrieben, um Platz für eine großflächige Landwirtschaft zu schaffen.

Eröffnet werden die 36. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage von Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln und Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, NRW-Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten. Zu den Sponsoren gehören Volkswagen, Bayer, die Commerzbank sowie die KfW-Bank Töchter DEG und IPEX.

Kontakt:
Almudena Abascal: a.abascal@fian.de, 0221-47449113;
Roman Herre: R.Herre@Fian.de, 01520 7067302

Weitere Informationen:
Investitionen europäischer Pensionskassen in Brasilien
Ermordung von MenschenrechtsverteidigerInnen

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Vereinte Nationen stärken Rechte von Frauen in ländlichen Regionen

Die Kommission zur Stellung der Frau der Vereinten Nationen setzt sich für die Gleichstellung sowie gesellschaftspolitischer Stärkung von Frauen in ländlichen Regionen ein. In der Abschlusserklärung ihrer Sitzung im März 2018 drückt die Kommission ihre Besorgnis darüber aus, dass 80 Prozent der extrem Armen auf dem Land lebt und Frauen und Mädchen wiederum besonders stark betroffen sind. Gleichzeitig weist sie auf die große Bedeutung von Frauen für die lokale Wirtschaft und Lebensmittelproduktion hin. Die Kommission fordert daher alle Regierungen, regionale und internationale Organisationen dazu auf, rechtliche und politische Rahmenbedingungen zu schaffen, die Frauen und Mädchen im ländlichen Raum stärken. Die vollständige Abschlusserklärung ist hier veröffentlicht (Englisch).
Einen ins Deutsche übersetzten Auszug finden Sie hier.

Die Kommission zur Stellung der Frau der Vereinten Nationen (englisch kurz: UN Women) ist ein zwischenstaatliches Gremium des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen. Eine wesentliche Aufgabe der Kommission ist die Überwachung der Umsetzung der Erklärung der Weltfrauenkonferenz von Peking aus dem Jahr 1995. Darin erkennt die Staatengemeinschaft Menschenrechte von Frauen und Mädchen an und fordern alle Regierungen auf, sich aktiv für ihre Verwirklichung einzusetzen.

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Rückzug der USA aus dem UN-Menschenrechtsrat

Die in dieser Woche abgegebene Erklärung der US Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, wonach sich die USA aus dem UN-Menschenrechtsrat zurückziehen, ist ein Schlag ins Gesicht der internationalen Gemeinschaft. Siebzig Jahre nach Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, bei der die ehemalige First Lady Eleanor Roosevelt eine führende Rolle spielte, geben die USA klar zu verstehen, welche Stellung sie den Menschenrechten einräumen.
Zu einer Zeit, in der Menschenrechtsinstitutionen und –verteidiger in vielen Teilen der Welt attackiert werden, wäre es an der Zeit, das Engagement für die Menschenrechte zu verstärken, anstatt sich zurückzuziehen. Der Schritt der USA schafft einen gefährlichen Präzedenzfall.

Blockade internationalen Fortschritts
Wenn es darum geht, Menschenrechte auf nationaler und internationaler Ebene zu stärken, weisen die USA keine große Erfolgsbilanz auf. In der Tat sind sie einer der wenigen Staaten, die den UN Sozialpakt und weitere Menschenrechts-Verträge nicht ratifiziert haben. Konkret stellt das Recht auf Nahrung für die USA keine menschenrechtliche Verpflichtung dar. Die in internationalen Prozessen eingenommene Haltung gegenüber dem Recht auf Nahrung, wie in verschiedenen Foren in Genf und dem Komitee für Welternährungssicherheit in Rom, fokussiert sich auf die Blockade jeglicher progressiven Politikgestaltung.
Auch die finanzielle Ausstattung der Vereinten Nationen ist durch die erheblichen Kürzungen der UN derzeit gefährdet. Dies hat sich auf mehrere Organisationen und Programme ausgewirkt, besonders auf das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), das die wichtigste Unterstützung für etwa 5 Millionen palästinensischer Flüchtlinge in den besetzten Gebieten, Jordanien, Libanon und Syrien darstellt.

Nahrungsunsicherheit innerhalb eigener Grenzen
Zusätzlich zu Polizeigewalt, Rassismus, Gewalt und Missbrauch von Erwachsenen und Kindern mit Migrationshintergrund hat die derzeitige US-Regierung Vorschläge zur Kürzung von Nahrungsmittelprogrammen beschlossen. Dadurch werden Leistungen für eine beträchtliche Anzahl von Personen mit geringem Einkommen gekürzt oder laufen aus.
In einer Situation, in der ungefähr 41 Millionen Menschen in den USA mit Nahrungsunsicherheit konfrontiert sind – eine Zahl, die sich seit 2008 um 5 Millionen erhöht hat – signalisiert dieser Schritt, dass menschliches Wohlergehen und Würde nicht an oberster Stelle der Agenda stehen.

Zukunft der Menschenrechts-Prozesse
In der heutigen Zeit, in der Menschenrechtsinstitutionen geschwächt werden und Firmen überproportionale Macht erlangen, müssen die Staaten einen demokratisch legitimierten Multilateralismus anstreben, welcher zum Ziel hat, Menschen und nicht Unternehmen zu schützen. Beim Menschenrechtsrat besteht in der Tat Raum für Verbesserungen. Laufende Prozesse, wie die geplante Kleinbauernerklärung und das Abkommen zu transnationalen Konzerne („Treaty“) bieten die Möglichkeit, die Rolle der UN zu stärken und sicherzustellen, dass die Probleme von diskriminierten und marginalisierten Personen angegangen werden.

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Des Menschen Recht auf Land

Genauso wie die Luft zum Atmen braucht der Mensch das Land zum Leben.
Ohne Land kein Wohnen, kein Ausüben kultureller Praktiken, keine
Versammlungsfreiheit oder auch keine Nahrung. 2,7 Milliarden Menschen
sind in der Landwirtschaft aktiv und ernähren sich teilweise direkt über
ihren Zugang zu Land. Selbst wenn wir unsere Nahrung im Supermarkt
kaufen, benötigen wir diesen Zugang zu Land, um uns zu ernähren – wenn
auch indirekt. Aktuelle Entwicklungen, die oft unter dem Schlagwort
Landgrabbing zusammengefasst werden, begreifen Land hingegen als
eine reine Ware und etablieren mittelalterlich-feudale Strukturen, in denen
ganze Landstriche von einzelnen AkteurInnen kontrolliert werden. Da
wundert es sehr, dass die Politik den Blick vom Thema Landkonzentration
abwendet und es tabuisiert. Dem entgegen wächst das Verständnis für
die Notwendigkeit eines Menschenrechts auf Land. Lesen Sie hier den gesamten Artikel von FIAN Agrarreferent Roman Herre als PDF. Er ist im Rahmen des Rundbriefs 2/2018 vom Forum Umwelt und Entwicklung erschienen.

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